Archive für April 2009

Wedding

Aufregende Tage liegen hinter Menschen und Hunden: Herrchen und Frauchen haben sich getraut und tragen nun ein und denselben Nachnamen!Zum schönen Fest kamen 45 Gäste aus Kanada, also jede Menge neue Gesichter, eine fremde Sprache, viele Streicheleinheiten und so manches Teil, das vom Teller auf der Festtafel zufällig in den Mund von Riley fiel….

Riley verhielt sich wie immer mustergültig, stoisch ertrug er Lärm, Stress, lange Abende, Ausflüge, viele fremde Leute und kleine Kinder, die ihm arg auf die Pelle rückten.Am Hochzeitstag selber durfte er natürlich bei (fast) allen Aktivitäten dabei sein. Nur die Kirche und das Standesamt waren tabu für ihn.

Bei der Hochzeitsfeier dann war er zusammen mit dem hübschen Brautpaar DER Mittelpunkt und er genoss das wirklich sehr.Nun ist wieder Ruhe eingekehrt, Oma-Frauchen räumt die letzten Überreste der Feier auf, die Waschmaschine läuft auf Hochtouren und Riley kann wieder ruhige und gemütliche Tage genießen. Das Sofa ist wieder frei, unterm Tisch stehen keine 30 Füße mehr und keine kleinen Kinder bevölkern den Fußboden.

Bei Herrchen und Frauchen kehrt nun der Ehealltag ein, nur bei der Frage, wie denn nun Riley mit Nachnamen heißt, herrscht noch Klärungsbedarf.

brautpaar.jpg 

Das strahlende Brautpaar

brautpaar-mit-hund.jpg

Das Kind muss mit aufs Bild :-)

braut-mit-hund.jpg 

“Brauttanz mit Hund”

Nachtrag:

Rileys Wunde ist übrigens sehr schön verheilt. Die Klammern wurden Ende letzter Woche gezogen und die Tierärztin war wieder voll des Lobes: Riley hat nicht mal gezuckt beim Herausziehen. Ich denke, da hat die IT-Gemeinde wieder einen  großen Fan dazu bekommen.

Wanted!

Schock am Mittag – Riley ist gebissen worden! Gesucht wird:

berger-des-pyrenees_adeux_0302×0214.jpg

sachdienliche Hinweise erbeten unter bekannter E-Mail-Adresse ;-)

Aber erst mal von vorne: Gestern wollten wir, wie wir das mit Riley zusammen öfter machen, gemütlich im Einkaufszentrum der Stadt ein wenig bummeln gehen. Im Zentrum dann sahen wir von weitem eine Frau mit einer Art Hirtenhund stehen. Der braune Kerl sah lustig aus, Riley drängte unaufhaltsam auf ihn zu und so marschierten wir frohgemut  - ins Verderben!

In ungefähr 3 Meter Entfernung fragte mein Mann dann noch vorsorglich die Besitzerin, ob es ein Problem geben könnte, die zwei Hunde zusammen zu lassen. Ein zuversichtliches: Nein, nein, unserer tut nix, kein Problem!

Na, das war aber eine grobe Fehleinschätzung, wie sich sehr schmerzlich für Riley herausstellte! Wir waren noch nicht richtig am „Feind“ angelangt, da sprang dieser schon mit einem Satz auf Riley und biss ihn sofort in Sekundenbruchteilen in den Hals-  mitten im dichten Fußgängergetümmel!Wir- und auch Riley – wussten überhaupt nicht, wie uns geschah! Die Besitzerin und wir versuchten erst mal, die Hunde auseinander zu bekommen, was Gott sei Dank auch gleich gelang!

Riley fiepte jämmerlich und drückte sich mit eingezogenem Schwanz an uns. Natürlich schauten wir ihn uns erst mal genau an, aber es war weder im dichten Fell am Hals noch sonstwo irgendetwas festzustellen, so dass wir der Besitzerin des anderen Hundes Entwarnung geben konnten (sie hatte tatsächlich unsere Untersuchung abgewartet und war auch ziemlich kleinlaut).

So sind wir, auf Riley beruhigend einredend, zum Auto zurück und machten uns auf den Heimweg. Zuhause angekommen dann der Riesenschreck: Als Riley aus seiner Box sprang, sahen wir blutverklebtes Fell am Hals zwischen den Schulterblättern – und dann bei genauester Betrachtung eine Riesenfleischwunde unter dem dichten Fell, bestimmt 3 Zentimeter lang und ziemlich tief. Zu allem Unglück entdeckten wir dann auch noch ein kleineres Loch an der unteren Seite des Halses!

Da war der Schock natürlich riesengroß! Hund also wieder eilends eingeladen und schnurstracks damit zur Tierärztin. Zu unserem Glück kam diese gerade aus ihrer Mittagspause und kümmerte sich sofort um den Patienten.

Und dann schlug wieder mal die große Stunde des unvergleichlichen IT!  OHNE Betäubung ließ Riley alle Behandlungsschritte über sich ergehen – und das waren nicht wenige! Zuerst musste das Fell um die Wunden herum abrasiert werden, dann wurde die klaffende Wunde mit Wundpuder desinfiziert und zum Schluss kam dann ein Klammergerät zum Einsatz. Die optimistische Einschätzung, dass 3 Klammern vielleicht reichen könnten, bewahrheitete sich leider nicht – nun zieren 7 Klammern Rileys Hals – ein nettes Piercing hat er da bekommen!

Dann zu guter Letzt noch Silberspray drauf – in die Wunde unterm Hals (ein tiefes Loch, wie sich herausstellte), eine Antibiotikakapsel , Pflaster auf alles und fertig war die OP! Riley hat wunderbar tapfer durchgehalten – ein paar kleine Kiekser hatte er zwar  von sich gegeben, aber am Schluss hat er sogar Leckerlies aus der Hand der Tierärztin gefressen, also nicht mal nachtragend war er!

Ein wahrer Held, dieser IT! Ein dickes Lob und tiefe Bewunderung von der Tierärztin waren  ihm auf jeden Fall sicher!Nun können wir nur alle hoffen, dass die Wunde ohne Entzündung verheilt. Viel merkt man Riley nicht mehr an, Appetit und Bewegungsdrang sind ungetrübt, wenn wir auch letzteres massiv versuchen, einzudämmen.

Tja , und das alles 3 Tage vor Frauchens und Herrchens Hochzeit! Nun wird es nix mit der Fliege, die eigentlich Rileys Hals für den großen Tag zieren sollte, statt dessen ein schneeweißer Verband, aber das ist ja auch irgendwie schick ;-)

Vorsicht! Zartbesaitete Gemüter sollten das nächste Bild vielleicht lieber nicht ansehen! ;-)

dsc_3620.JPG

dsc_3633.JPG

Nachtrag:

Heute, am dritten Tag der Attacke, geht es Riley sehr gut, die untere Wunde ist schon fast verheilt und das Piercing trägt er mit Würde! Nächste Woche ist Kontrolluntersuchung, wir werden dann berichten….

Erziehungsfragen

Jeder, der jemals vor die Herausforderung gestellt wurde, ein, zwei oder mehr Kinder zu lebenstüchtigen Menschen zu erziehen, weiß, welche Hürden und Unwägbarkeiten es da zu überwinden gibt.

ABER – es gibt ja diese unheimlich tollen Erziehungsratgeber, bereitgelegt in diversen Buch-und Zeitschriftenläden, Hochglanz, reich bebildert, „einfallsreiche“  Namen tragend: Das Kind, Eltern, mein Kind, wir Eltern, unsere Kinder, Eltern und Kind  usw usw.

Was soll da noch schiefgehen in der Erziehung, wenn man auf solche Heftchen zurückgreifen kann!Wir Eltern wissen es alle:  jede Menge! Denn, und da werden sich entsprechend eingelesene Eltern einig sein- es gibt hunderte verschiedene Methoden, einem Kind „Manieren“ beizubringen! In jedem Heft findet sich eine andere, ja welche ist denn nun die richtige???

Ok, ich bin vom Thema „Riley“ im Moment seehr weit entfernt, aber Geduld, der Bogen wird sich sogleich spannen, nämlich von der Kinder- zur Hundeerziehung!

Auch dort das gleiche Bild: Heft an Heft reihen sich die Hunde-Erziehungsratgeber  im Handel – genauso schön, genauso reich bebildert, genauso unterschiedlich in ihren Ratschlägen, genauso einfallslos bezüglich ihrer Titel: der Hund, Partner Hund, Mensch und Hund, Hund und Mensch….

Der Hund zieht an der Leine? Kein Problem, nehmen sie ein Halti! Oder doch lieber eine Beinleine? Und wie wäre es mit einem Brustgeschirr, oder doch lieber die „Leine-hinter-dem-Rücken-kreuzen Methode“? Oder oder oder…..

Der Hund bleibt nicht gern allein und bellt die ganze Zeit während des Alleinseins? Kein Problem, legen Sie ihm ein Sprayhalsband um! Oder verweisen sie ihn solange zurück ins Körbchen, bis er das Bellen aufgibt – oder kaufen Sie einen zweiten Hund dazu, dann ists ihm nicht mehr langweilig. Oder oder oder…….

So könnte man Beispiel an Beispiel reihen und am Schluss zieht der Hund immer noch oder bellt zur Freude der Nachbarn im Sekundentakt.Was also tun? Da ich hier in MEINEM eigenen Blog schreibe und  ich deshalb das Privileg habe, zu sagen, was mir passt, ohne dass man widersprechen könnte J, hier nun mein Statement: 

ICH HABE KEINE LUST MEHR AUF ERZiEHUNG!! Ich habe mich genug ausgetobt bei unseren Kindern und beim ersten Hund, habe vieles falsch, einiges richtig und wenig perfekt gemacht. Ich bekenne mich zum „Soda“-Hund – er soll einfach nur so da sein.

Er soll kein Agilitygenie werden, kein Ausstellungsweltreisender, kein Rettungsengel, kein Spurensucher, kein Drogenschnüffler, kein Schlittenzieher, kein Dogdancer, kein Frisbeemeister, – nix – er soll nur da sein.

Er soll auch nicht ein „Punkt-zwölf-Esser“ sein, kein „Runter-vom-Sofa-Hund“, kein „am-Beim-klebend-Geher“, kein „Nur-auf-Hundekissen-Lieger“, kein „raus-aus-diesem-Zimmer-Hund“…Und wissen Sie was? Das ist unheimlich entspannend!

Und verblüffend: Unser Hund ist erzogen, obwohl er nicht erzogen wird! Er kann Pfote geben, er bleibt allein, ohne das Mobiliar zu zerlegen,  er läuft leidlich an der Leine, er kann toter Mann spielen, Stöckchen holen, zurück kommen, weg gehen, sitzen bleiben, liegen bleiben, er spielt nicht den Tyrannen, nicht den Dominanten, nicht den Zickigen.

Spielerisch und mit Spaß bei ALLEN Beteiligten haben wir das erreicht. Hier mal ein Leckerchen, da mal ein Küsschen (ach ja, er ist auch kein „Igitt-wieviel-Bakterien-wohl –an-dem-hängen-Hund“) und schon lernt Riley und behält es auch, auch wenn es nicht jeden Tag gebetsmühlenartig wiederholt wird. „Stichproben“ genügen!

Ein Phänomen der Rasse oder einfach ein Glücksfall??Ich weiß es nicht und es ist mir auch wurscht, wie der Allgäuer sagt.  

Riley ist unser „Nachzügler“, unser 4. Kind, verwöhnt, geliebt (und manchmal verzogen – jawohl, auch das gebe ich gerne zu)Und wie heisst es so schön in einem Lied von „Ich und ich“? So soll es sein, so kann es bleiben!

Um es noch einmal zu betonen: So soll UNSER Hund sein! Gerne darf es neben unserem Soda-Hund die oben angeführten Hunde geben! Jedem das Seine, alles hat seine Berechtigung!

|